Informatik

Die Informatik (aus dem lateinischen) ist die Wissenschaft von der systematischen Verarbeitung von Informationen (Information = allgemein: Nachricht, Auskunft, Mitteilung; in der Informatik: die Nachricht, der durch eine bestimmte Interpretation oder einen Verarbeitungsvorgang eine Bedeutung zugeordnet wird, auch Bezeichnung für Daten, insbesondere dann, wenn sie eine logische, in sich abgeschlossene Einheit bilden), besonders ihrer automatischen Verarbeitung mit Hilfe von Computern. Die Informatik hat sich aus anderen Wissenschaften (Mathematik, Physik) heraus entwickelt und versteht sich heute als Grundlagenwissenschaft und Ingenieurdisziplin.

Ein zentraler Begriff der Informatik ist der des Algorithmus (Algorithmus = präzise formulierte Rechenvorschrift, die eine bestimmte Aufgabe nach einem vorgegebenen Schema in endlich vielen Rechenschritten löst und auch von einem elektronischen oder mechanischen Gerät ausgeführt werden kann), die Basis für die Umsetzung von Aufgabenstellungen in Programme. Die Untersuchung von zu verarbeitenden Daten in deren Strukturen gehört ebenso zur Informatik wie die Entwicklung von Programmiersprachen (Programmiersprachen = Sprachen zur Erstellung von Programmen, das heißt zur Definition von Datenstrukturen und zur Formulierung von Rechenvorschriften, die von einem Computer ausgeführt werden können), Betriebssystemen (Betriebssystem = zusammenfassende Bezeichnung für alle Programme eines Computers, die die Ausführung der Benutzerprogramme, die Verwaltung der Betriebsmittel wie z.B. Drucker, Tastatur, Bildschirm, Diskette, Festplatte und die Aufrechterhaltung des Betriebes steuern und überwachen...die verbreitetsten Betriebssysteme für Personalcomputer sind MS - DOS, Linux und OS/2, bei größeren Computern vor allem Unix in mehreren Varianten) und Methoden zur ingenieurmäßigen Softwareentwicklung. Die Informatik unterteilt sich in die theoretische, die praktische, die technische und die angewandte Informatik.

Theoretische Informatik

Wird geprägt durch formale Beschreibungsmittel aus dem Bereich der Mathematik. Die Formulierung und Untersuchung von Algorithmen, die Konstruktion von Rechnermodellen und die Beschreibung von dynamischen Prozessabläufen spiegeln sich in Teilgebieten wie der Theorie der formalen Sprachen, der Automaten - und der Komplexitätstheorie wieder.

Praktische Informatik

Beschäftigt sich mit der Umsetzung der grundlegenden Erkenntnisse in Software (Software = alle nicht technisch - physikalischen Funktionsbestandteile einer Datenverarbeitungsanlage), sei es die Entwicklung von Compilern (Compiler = Übersetzungsprogramm, das die Befehle eines vom Benutzer eines Computers in einer höheren, problemorientierten Programmiersprache abgefassten Programms - Quellprogramm - in ausführbare Maschinenbefehle umwandelt), Betriebssystemen und Datenbanken oder von Methoden und Werkzeugen zur Unterstützung der Softwareentwicklung.

Technische Informatik

Befasst sich mit dem funktionellen Aufbau von Computern und den dazugehörigen Geräten sowie dem logischen Entwurf von Rechnern, Geräten und Schaltungen (Hardware = Sammelbezeichnung für alle elektronischen Bauteile, Baugruppen, Geräte und Einrichtungen einer Datenverarbeitungsanlage).

Angewandte Informatik

Untersucht z.B. ob bestimmte industrielle Arbeitsabläufe durch den Computer steuerbar sind, aber auch wie Programme sinnvoll gestaltet werden können, sodass die Besitzer optimal damit umgehen können.

Weitere Teilgebiete sind die Betriebsinformatik, die Rechtsinformatik und die medizinische Informatik.