Soziologie

Als Bestandteil der Geisteswissenschaften beschäftigt sich die im 19. Jahrhundert entstandene Soziologie im Gegensatz zu Politik- oder Wirtschaftswissenschaften mit der Grundlage der selbigen; mit den Menschen. Sie beobachtet das Verhalten in Gruppen, Gemeinschaften oder Gesellschaften, wertet die sozialen Interaktionen unter Berücksichtigung von zum Beispiel Geschlecht, sozialer Stand oder Einfluss der Medien auf die Gruppe aus. Soziologie will mithelfen, bessere soziale Verhältnisse oder Ordnung herzustellen, zu erhalten oder weiterzuentwickeln. Laut Definition ist sie eine Wissenschaft, die das Handeln, bzw die Ursachen für dieses, versucht zu verstehen, nachzuvollziehen und zu erklären. Handeln bedeutet in diesem Fall, dass der Handelnde hinter dem, was er tut einen subjektiv logischen Sinn erkennt, während "soziales Handeln" aber meint, dass der oder die Handelnden ihr Tun auf das Verhalten anderer beziehen, oder sich an dessen Ablauf orientieren. (frei nach Max Weber, "Wirtschaft und Gesellschaft", 1920).

Bekannte Soziologen sind etwa Max Weber, der neben Tönnies und Simmel als einer der drei Mitbegründer der deutschen Soziologie gilt und der Franzose Émile Durkheim, Begründer der empirischen soziologischen Wissenschaft, die auf gemachten Erfahrungen, Beobachtungen und Befragungen von Probanten, die nach bestimmten Merkmalen ausgesucht sind beruht.

Im Groben ist in der Soziologie diese Unterscheidung nach Forschungsmethoden angeführt.

Allgemeine Soziologie

Hier werden zum Beispiel Fragen zum sozialen Wandel in der Gesellschaft, die Rolle, die ein Einzelner in einer bestimmten Gruppe innehat, bzw sein Einfluss oder die Ursache und Auswirkung von sozialer Ungleichheit behandelt. Sie ist allgemein auf jeden Bereich anwendbar.

Spezielle Soziologie (auch "Bindestrichsoziologie")

Wer sich mit der Speziellen Soziologie befasst fragt nach Aufbau und Struktur in Teilbereichen der Allgemeinen Soziologie; d.h. Politik, Arbeit, Familie usw. werden näher betrachtet und die Interaktion des Einzelnen erklärt. Sie haben nur in bestimmten Anwendungsgebieten Gültigkeit.

Alle Themen der Soziologie lassen sich in einer dieser beiden Methoden einteilen, wobei die Grenzen nicht immer klar sind und sich einige Ansätze oder Theorien sowohl in die eine, als auch in die andere zählen lassen. Zu den meisten Theorien werden so genannte Soziogramme erstellt, mit deren Hilfe das Verhältniss oder der Einfluss innerhalb einer Gruppe, zum Beispiel einer Schulklasse graphisch dargestellt werden kann.
Es werden viele Unterschiede gemacht, so etwa zwischen der "Reinen" und der "Angewandten" Soziologie. Im Ersten Fall bewegt sich der Wissenschaftler komplett im theoretischen Bereich und stellt zum Beispiel Prognosen, bezogen auf eine fiktive Gruppe oder Gesellschaft auf.
Zweitere wendet soziologische Theorien an, um mit ihrer Hilfe Prognosen etwa zum Beispiel Werbe- oder Politpzwecken zu erstellen.

Der Studiengang Soziologie dauert 6 Semester, nach denen die Bachelor-Prüfung absolviert werden kann. Das auf dem Bachelor aufbauende Master-Studium dauert 4 Semester.